06.09.2017
BTS-Expertentag

Bedingungsloses Bekenntnis zur Qualität

Wer billig kauft, kauft teuer: Dieser bekannte Spruch lässt sich auf Konsumgüter ebenso gut anwenden wie auf Komponenten im Motorraum - etwa dem Turbolader.

Liegt bei diesem ein Defekt vor, schauen sich Endkunden oftmals nach Ersatzteilen im Internet um. Rasch wird man fündig, auf den ersten Blick stechen aber zunächst einmal die drastischen Preisunterschiede ins Auge. Denn es kann leicht sein, dass das Originalteil eines renommierten Herstellers dort um das Dreifache einer Billig-Kopie aus dem asiatischen Raum angeboten wird. Der Turbolader-Spezialist BTS Turbo warnte im Rahmen des BTS-Expertentages Werkstätten davor, diese "günstigen" Teile einzubauen. Denn die Qualität der "schlechten Kopien" ist oft nicht vorhanden, die Haltbarkeit äußerst begrenzt und teure Folgekosten damit unvermeidbar.

(v.r.) BTS Turbo-Geschäftsführer Ferdinand Ücker, Peter Bühler, Honeywell Garrett, und Martin Perle, der sich um die Belange der vor vier Jahren gegründeten BTS Turbo Austria GmbH in Innsbruck kümmert
Bild: ags  

 

Der Turbolader hat in den vergangenen Jahren einen rasanten Aufschwung erlebt. Besonders die Werkstätten müssen sich dieser Herausforderung stellen, wollen sie diesen wichtigen Geschäftszweig bedienen. BTS Turbo hat aus diesem Grund vor einigen Jahren das TurboExperten-Konzept ins Leben gerufen, um die Werkstätten nicht nur mit Produkten, sondern auch mit umfassendem Know-how zu versorgen. Mittlerweile gibt es über 1.600 TurboExperten im deutschsprachigen Raum, in Österreich sind es 137. "Die hohe Qualität der TurboExperten zeigt sich unter anderem darin, dass jährlich nicht einmal 30 Gewährleistungsfälle anfallen", erklärt BTS Turbo-Geschäftsführer Ferdinand Ücker. Von den von BTS jährlich verkauften 40.000 Turboladern werden am Stammsitz im bayerischen Weilheim rund 1.000 fachmännisch instandgesetzt. Die Verteilung zwischen Pkw und Nfz beträgt hier 80:20 %.

Qualität verhindert Folgeschäden

"Unser größter Feind ist das Internet", verwies Thomas Mentil, Techniker bei BTS Turbo, bei dem Expertentag in Weilheim auf die aktuellen Herausforderungen. Oftmals würden Werkstätten von Konsumenten nahezu "erpresst", Teile in minderwertiger Qualität einzubauen, nur weil sie günstig seien. Allerdings entsprechen die Nachbaulader, die hin und wieder unberechtigterweise auch das Logo eines Markenherstellers tragen und damit die Konsumenten bewusst täuschen, nicht dem aktuellen Stand der Technik. Billigste Materialqualität und schlechte Verarbeitung tragen dazu bei, dass sich die Lader nach kürzester Einsatzzeit schon gerne einmal in ihre Einzelteile zerlegen. Die Kopien verfügen beispielsweise über zu wenig Luftdurchsatz, Leistungseinbußen im unteren Drehzahlbereich sind die Folge. Außerdem werden für Billigteile oftmals gebrauchte Dichtungen oder Dichtmassen verwendet, die dafür nicht geeignet sind. Weitere Nachteile liegen in der Überschreitung der Emissionswerte, im generellen Ansprechverhalten, Abgasundichtigkeiten im Bereich der Turbine und einer reduzierten Haltbarkeit des Axiallagers. "Ein abgasseitiger Fremdkörperschaden ist mit Sicherheit zu erwarten", spricht Thomas Mentil eine weitere nicht so angenehme Folgewirkung an.

Aufbereitung – aber richtig

Peter Bühler von Honeywell Garrett präsentierte zunächst das Angebot des Qualitätsherstellers und ging dann in einem zweiten Beitrag auf ein wichtiges Thema ein, das auch für BTS Turbo maßgeblich ist: die Wiederaufbereitung von Turboladern. Um die hohe Qualität zu gewährleisten, wird bei den Garrett-Werkstauschladern eine Vielzahl an Neuteilen (Verdichterrad, Aktuator, Kolbenringdichtungen, Bolzen, Klemmen, Verstellringe, Stifte und Rollen zur Optimierung der Turbine, neue Lager, etc.) eingesetzt. Ergebnis dieser Maßnahmen ist ein top aufbereiteter Turbolader, der den Vorgaben der Autohersteller entspricht und eine lange Lebensdauer garantiert. (ags)

Fotohinweis: Granzer-Schrödl

www.bts-turbo.de