27.02.2017
Karosseriebautechnik-Meister

Auf einer Stufe mit dem Bachelor

Der Karosseriebautechniker ist in Niederösterreich ein beliebter Beruf. Mittlerweile stehe eine Meisterprüfung im internationalen Vergleich auf der selben Stufe wie ein Bachelor, meint Ferdinand Jandl.

Laut dem Vorstand der Karosseriebautechniker und Landesinnungsmeisterstellvertreter der Fahrzeugtechniker in der NÖ Wirtschaftskammer, Ferdinand Jandl, beschäftigen zwischen Enns und Leitha derzeit 310 Karosseriebetriebe an die 705 Mitarbeiter. Davon werden ca. 300 Lehrlinge ausgebildet. „Jährlich fangen etwa 80 junge Leute mit der Lehre an, und an die zwölf Gesellen werden Meister“, teilt Jandl dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Er selber führt einen Karosseriefachbetrieb auf 900 m2 Fläche in Ardagger im Mostviertel, der sich mit der Restaurierung von Oldtimern beschäftigt.

„In der Lehrlingsausbildung gibt es einen Prüfungstermin pro Jahr, für Wiederholer wird eine Prüfung eingeschoben“, erklärt Ferdinand Jandl.

 

Die Meisterprüfung erfolgt in drei Modulen:

Modul 1 ist die fachlich praktische Prüfung. Da geht es um Werkstattarbeiten. Dabei wird etwa ein Radeinbau vorn mit Längsträger eines PKW, der aus 1 mm Stahlblech gefertigt wird, verlangt. Zudem wird eine PKW-Motorhaube in Design mehrfarbig, je nach Kreativität, lackiert.

Modul 2 ist der fachlich mündliche Teil der Prüfung.

Modul 3 ist die fachlich schriftliche Prüfung. Sie beinhaltet Fachtechnologie, Planung und Technisches Zeichnen, Technische und Angewandte Mathematik sowie Fachkalkulation.

 

Als sein besonderes Anliegen nennt Jandl, dass der Karosseriebautechnik-Facharbeiter ebenso wie der Meister auch in der Bevölkerung mehr Stellenwert bekommt. Im Nationalen Qualifikationsrahmen, kurz NQR, rangiert die Meisterprüfung auf Stufe 6 und die Facharbeiterprüfung auf Stufe 4. „Damit ist im internationalen Vergleich ein Lehrabschluss einer AHS-Matura gleichgestellt und eine Meisterprüfung steht auf der selben Stufe wie ein Bachelor“, betont Jandl. Der NQR orientiert sich am europäischen Qualifikationsrahmen, der Abschlüsse EU-weit klassifiziert.

Für wichtig erklärt Jandl auch, dass die Reallöhne angehoben werden. „Das wäre mit einer Lohnnebenkostensenkung leicht machbar“, sagt er. Alles in allem sei aber die Karosseriebautechnik gut unterwegs im Land. „Dank meiner Kontakte zu Betrieben und Fachverbänden im deutschsprachigen Raum weiß ich, dass wir uns mit anderen Ländern durchaus auf Augenhöhe befinden."