13.06.2014
NÖ Kfz-Techniker

Ein Tag im Zeichen des Vorsitzwechsels

Eine Vielzahl an Themen bestimmte den Landesinnungstag der niederösterreichischen Kfz-Techniker am 12. Juni in Klosterneuburg.

Im Mittelpunkt stand aber auch eine personelle Änderung: Der langjährige Landesinnungsmeister, Komm.-Rat Fritz Nagl, übergibt mit 1. Juli 2014 sein Amt an Karl Scheibelhofer, derzeit Landesinnungsmeister-Stellvertreter. Sein Amt als Bundesinnungsmeister behält Nagl, der bis zu den Kammerwahlen 2015 in der Landesinnung Scheibelhofer als Innungsmeister-Stv. unterstützen wird.

Am 1. Juli 2014 übergibt Komm.-Rat Fritz Nagl (l.) sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Karl Scheibelhofer

Bild: WEKA/ags  

Launig wie immer der Einstieg von Nagl: „Alle reden vom Fachkräftemangel, aber keiner ist bereit, sich für die Zukunft einzusetzen. Wir müssen die Leute selbst ausbilden." Auch würde das wirtschaftliche Umfeld immer schwieriger, nicht zuletzt durch die Begleitumstände. Meldungen, wonach Wien den Kfz-Verkehr bis zum Jahr 2025 um die Hälfte halbieren will, tun hier ihr Übriges. Sein designierter Nachfolger Scheibelhofer hat einiges vor: Auf seiner Liste stehen unter anderem die Kammerwahlen 2015, die Zusammenlegung mit der Innung der Karosseriebautechniker und die Generalsanierung des Lehrlingsheims in Eggenburg. Dem scheidenden Innungsmeister streute er Rosen und betonte mit einem Augenzwinkern: „Fritz Nagl hat im wahrsten Sinne des Wortes eine Baustelle hinterlassen, aber eine Baustelle wie die Landesinnung wird nie fertig." Auf dem Werk von Nagl könne man tadellos aufbauen, so Scheibelhofer und ergänzte: „Mit Engagement, Herzblut und großem Respekt möchte ich meine Arbeit beginnen."

Im Rahmen der Fachvorträge referierte zunächst DI Georg Hönig vom Amt der NÖ Landesregierung über Neuerungen bei der wiederkehrenden Begutachtung. Viele davon seien schon seit dem Vorjahr in Kraft, aber in den Werkstätten nicht immer bekannt. So gäbe es zahlreiche Änderungen bei den Mängelkriterien und den Anforderungen an das technische Equipment, etwa den Reibungskoeffizienten des Rollenbremsprüfstandes betreffend.

Abgasplakette scharrt in den Startlöchern

Ein zentrales Thema begleitete den gesamten Tag, nämlich die neue Abgasklassen-Kennzeichnungsplakette und die dementsprechende Verordnung. Dieter Köllner-Gürsch, Projektleiter bei der ZBD („Zentrale Begutachtungsplakettendatenbank") Verwaltung, informierte über die ab 1. Oktober 2014 zur Verfügung stehende Datenbank. Werkstätten, die die Plaketten ausgeben wollen, müssen den Andockprozess an die Datenbank bis Ende 2014 durchführen. Stichwort Plakette: Diese wird künftig ausweisen, welche Euro-Klasse das jeweilige Fahrzeug aufweist – konkret von Euro-1 bis Euro-6. Notwendig ist die Anbringung einer Plakette, wenn man mit seinem Fahrzeug etwa in ein Luftsanierungsgebiet einfahren will. Das wird in Hinkunft besonders Wien und das östliche Niederösterreich betreffen.

Die Kfz-Branche zu Gast am Landesinnungstag: (v.l.) DI (HTL) Stefan Klaus, Geschäftsführer DAT Austria, und Ing. Markus Baumgartner vom gleichnamigen Mitsubishi-Autohaus aus Wiener Neudorf

Bild: WEKA/ags  

Wie angekündigt, müssen Kfz-Werkstätten die Plakette nicht ausgeben, sie können aber. Der scheidende Landesinnungsmeister Nagl appellierte an die Werkstätten, sich dieses Geschäft nicht entgehen zu lassen. Denn zum reinen Plakettenpreis von 2,5 Euro (inklusive Steuer) kämen noch die Kosten der Anbringung. Für den Endkunden bezifferte Nagl die Kosten mit rund 20 Euro. „Mit der Plakette kann Geld verdient werden." Die Dringlichkeit für die Werkstätten ist durchaus gegeben, denn ab 1. Juli 2014 gibt es ein Fahrverbot für Lkw der Klasse Euro-1 und ab dem 1. Jänner 2016 für jene der Klasse Euro-2.

www.kraftfahrzeugtechniker.at