25.04.2013
Wiener Motorensymposium

Gipfeltreffen der Motorenexperten zur Zukunft der Mobilität in Wien

Mit der Zukunft der Mobilität beschäftigten sich Donnerstag Vormittag die Eröffnungsvorträge des zweitägigen Internationalen Wiener Motorensymposiums in der Wiener Hofburg.

Die Vortragenden präsentierten teils unterschiedliche Lösungsansätze für effiziente Mobilität - von den in herkömmlichen Verbrennungsmotoren noch schlummernden großen Verbesserungspotenzialen bis hin zu neuen Technologien.

"Mit der Einführung der CO2-Gesetzgebung gewinnt die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs rasant an Bedeutung und der Blick der Automobilhersteller ist heute auf das Jahr 2020 und den für diesen Zeitpunkt aktuell diskutierten CO2-Zielwert von 95 g/km für Pkw gerichtet. Auch der ab 2015 geltende Zielwert von 130 g/km erfordert bereits zusätzliche technische Maßnahmen", stellte der im Vorjahr neu bestellte Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Autozulieferers Robert Bosch GmbH, Dr. Volkmar Denner in seinem Eröffnungsvortrag fest.

Um das für 2020 vorgeschlagene Flottenziel von 95 g/km (von aktuell 132 g/km) zu erreichen, werden nach Ansicht von Dr. Denner den Fahrzeugherstellern in allen Fahrzeugklassen unterschiedliche "Best-in-Class"-Lösungen und Optimierungen zur Verfügung stehen. In der Subkompaktklasse werden sowohl Otto- als auch Diesel-Antriebsstränge das CO2-Ziel ohne eine Elektrifizierung, die über bereits eingeführte Start-Stopp-Systeme hinausgeht, erreichen bzw. deutlich unterschreiten.

Nach den Worten von Dr.-Ing. Herbert Diess gehe die BMW Group das Thema Elektromobilität "umfassend und konsequent" an. Dazu gehöre die Gründung der neuen Submarke BMW i für Elektromobilität
Bild: BMW  

In der Kompaktklasse werden innermotorische Optimierungen bei Otto-Motoren, so der Bosch-Chef, die Emissionen in den Bereich von 95 g/km bringen, zur weiteren CO2-Reduzierung und Komfortverbesserungen stehen Einstiegshybridisierungen zu Verfügung. Dieselmotoren werden in der Kompaktklasse auch ohne Elektrifizierung dieses Ziel deutlich unterschreiten. Nur Fahrzeuge der Large-/SUV-Klasse werden das CO2-Ziel für 2020 durch eine reine Optimierung des Verbrennungsmotors nicht erreichen. Eine stärkere Elektrifizierung über Strong-Hybrid- oder Plug-in-Hybrid-Systeme wird zwingend erforderlich sein, was jedoch mit einem deutlichen Kostensprung verknüpft ist, so Bosch-Vorstandschef Dr. Volkmar Denner.

BMW: Das Automobil entwickelt sich radikal weiter

Ein Bekenntnis zur Elektromobilität legte BMW-Entwicklungsvorstand Dr.-Ing. Herbert Diess für sein Unternehmen vor dem Internationalen Wiener Motorensymposium ab. Das Automobil entwickle sich radikal weiter, seine Industrialisierung befinde sich in einem technologischen Umbruch, so der BMW-Manager in seinem Eröffnungsvortrag. Eine entscheidende Rolle, Freude am Fahren bei geringstmöglichem Energieeinsatz auch in Zukunft zu realisieren, spiele die Motoren- und Antriebstechnik. BMWs Antworten auf die umweltpolitischen und selbst gesteckten Ziele seien neue Technologien: Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge.

Nach den Worten von Dr.-Ing. Herbert Diess gehe die BMW Group das Thema Elektromobilität "umfassend und konsequent" an. Dazu gehöre die Gründung der neuen Submarke BMW i für Elektromobilität, die zur Markteinführung mit dem BMW i3 und dem BMW i8 zwei Fahrzeugmodellen umfassen wird. Beide Modelle verfügen über eine eigenständige Fahrzeugarchitektur und bestehen aus einem Materialmix aus Aluminium (Plattform) und carbonfaserverstärktem Kunststoff (Fahrgastzelle).

Der i3 bietet als reines Elektrofahrzeug bei höchst dynamischen Fahrleistungen 130 bis 160 km Alltagsreichweite, die auf Wunsch ein optionaler Range-Extender mit zwei Zylindern (27 kW/37 PS) erhöht. Der i8 ist als Sportwagen ausgelegt, verfügt über einen 1,5-l-Dreizylinder-Ottomotor mit 170 kW/231 PS und bis zu 300 Nm an der Hinterachse und einen modifizierten Elektromotor des i3 an der Vorderachse. Im Strom-/Verbrennungsmotormix soll der i8 einen Verbrauch von 2,0 l/100 km nicht überschreiten. "Wir sehen die Elektromobilität nicht als Bedrohung, sondern als Chance für die Freude am Fahren", schloss Dr. Diess.

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