25.02.2015
Brutto-Tankstellenmargen

Österreich bei Tankstellenmargen weiterhin im untersten Viertel

Nur in wenigen Ländern Europas sind die Ertragsmöglichkeiten beim Kraftstoffverkauf so gering wie in Österreich. Entsprechend bescheiden sind die Gewinnspannen. Dies zeigt neuerlich der Bericht über die Brutto-Tankstellenmargen von Wood Mackenzie für das Jahr 2014.

Trotz geringer Verbesserungen im zweiten Halbjahr landete Österreich im jüngsten Ländervergleich erneut auf einem der hintersten Plätze. Während Österreich bei Eurosuper im ersten Halbjahr noch den vorletzten Platz belegte, rangierte man im Jahresmittel mit durchschnittlich 10,05 Cent auf dem vierzehnten von 16 Plätzen. Bei den Dieselmargen lag Österreich im ersten wie im zweiten Halbjahr auf Platz 13 und verzeichnete im Gesamtjahr 2014 pro Liter eine Bruttomarge von 10,77 Cent.

Netto oft weniger als ein Cent

Letztlich bleibt den Mineralölfirmen bei ihren Tankstellen auf das Jahr gerechnet oft weniger als 1 Cent pro verkauftem Liter Kraftstoff übrig, wobei es sich hierbei um einen Durchschnittswert handelt. „Die Unternehmen müssen aufgrund des Preiskampfes oft am Minimum oder kurzfristig sogar darunter kalkulieren. Dieser in vielen Fällen ruinöse Wettbewerb ist auch an der sinkenden Zahl an Tankstellen ablesbar“, sagt Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie.

Je nach Lage der jeweiligen Tankstellen haben sich in den letzten Jahren am österreichischen Tankstellenmarkt zusehends zwei Überlebensstrategien entwickelt. Entweder versuchen die Unternehmen als Fullservice-Stationen über zusätzliche Dienstleistungen, wie Autowäsche, Shop- und Gastroangebote, ihre Kosten zu decken, oder sie rüsten Standorte auf unbemannte Automatentankstellen um, um die Betriebskosten möglichst gering zu halten.