28.06.2013
VAV Umfrage

Reisen mit dem PKW: Österreicher schätzen Risiken falsch ein

Sommerzeit ist Reisezeit. Die ÖsterreicherInnen nutzen traditionell die schulfreie Zeit, um zu verreisen. Bei der Auswahl der Ziele gehen die Geschmäcker auseinander. 34 Prozent verbringen ihre Ferien am liebsten im eigenen Land.

Immerhin 95,6 Prozent suchen Entspannung innerhalb des europäischen Kontinents. Egal, wohin es die Urlauber auch zieht: Das Transportmittel der Wahl ist und bleibt das Auto. Satte 63,7 Prozent nutzen ihr eigenes Kfz oder einen Mietwagen im Urlaub.

Mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen in den Sommermonaten erhöht sich das Unfallrisiko. Dieses liegt in den Monaten Juli, August und September um 23 Prozent höher als im Rest des Jahres. Auf die heimischen Urlaubsreisenden lauert jedoch auch noch die Gefahr in eine Unterversicherungsfalle zu schlittern.

Dr. Norbert Griesmayr, Generaldirektor der VAV Versicherung: „Die wenigsten Reisenden sind sich bewusst, dass Urlaubsfahrten mit dem Auto ohne zusätzlichen Versicherungsschutz ein finanzielles Risiko bedeuten. Denn die gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungssummen, die bei Unfällen zur Schadensdeckung herangezogen werden, sind nicht in allen Ländern gleich hoch."

In Österreich gilt eine Versicherungssumme von 7 Mio. Euro für die Deckung von Personen- und Sachschäden pro Ereignis. Dieses Limit wird nur in wenigen anderen Ländern wie Deutschland oder Spanien erreicht oder sogar überschritten. In vielen Ländern, dazu zählen die Schweiz, Niederlande oder Italien werden diese Deckungssummen deutlich unterschritten.

Die Unterversicherungsfalle schnappt zu, wenn an einem Unfall ein Kfz beteiligt ist, das in einem Land mit niedrigen Deckungssummen zugelassen ist. Griesmayr: „ Dieses Risiko trifft also auch Lenker, die im Ausland einen Wagen anmieten. Es gelten immer die Versicherungssummen des Landes, in dem das Auto zugelassen ist."

VAV fordert Angleichung der Versicherungssummen

Eine flächendeckende Kfz-Pflichtversicherung wurde innerhalb der EU zwar schon im Jahr 1990 verordnet. Eine Angleichung bzw. Anhebung der Versicherungssummen auf ein realistisches Niveau blieb bislang allerdings aus. Griesmayr: „Die Versicherungssummen sind in vielen Ländern noch immer beschämend niedrig und bringen für Autofahrer ein unverhältnismäßig hohes Risiko mit sich. Eine Angleichung der Versicherungssummen ist überfällig und muss so rasch wie möglich erfolgen."

Die subsidiäre Haftpflicht bietet einem Versicherungsnehmer die Möglichkeit sich europaweit bei jedem Schadensfall ausreichend zu versichern. Dieses Zusatzpaket erstreckt sich auf sämtliche Kfz, egal ob geliehen oder gemietet, für die keine ausreichende Deckungssumme besteht. Mit dieser Zusatzdeckung ist der Kunde, ganz egal welches Fahrzeug er lenkt, in Österreich und dem europäischen Ausland immer mit der Haftpflichtversicherungssumme von 20 Mio. Euro versichert. Bei der VAV Versicherung ist die subsidiäre Haftplicht automatisch bei einem Vertrag mit 20 Mio. Euro Versicherungssumme inkludiert.

VAV-Umfrage zeigt: Österreichern sind Deckungsdifferenzen nicht bewusst

Die VAV hat mit einer Umfrage das Risikobewusstsein der ÖsterreicherInnen in Hinblick auf die Leistungen ausländischer Kfz-Pflichtversicherungen im Schadensfall erhoben. Die repräsentative Studie umfasste über 500 Personen, gewichtet nach der österreichischen Bevölkerungsstruktur. „Der VAV ist es ein Anliegen die österreichischen Autofahrer über die finanziellen Risiken in ihrem Urlaub aufzuklären und so bereits präventiv Ärger und finanziellen Schaden zu vermeiden", so Griesmayr.

Gleich hohe Deckung im In- und Ausland: Ein Irrglaube

In der Erhebung wurde unter anderem abgefragt, ob die ÖsterreicherInnen der Meinung sind, dass die Höhe der Versicherungssummen bei Autounfällen im Ausland höher, niedriger bzw. gleich hoch sei. 44,3 Prozent gehen davon aus,  dass zumindest eine gleich hohe Deckungssumme besteht, was allerdings nicht der Realität entspricht. Ebenso 44,3 Prozent gehen davon aus, dass heimische Versicherungen eine höhere Deckung anbieten, was im europäischen Vergleich eher zutrifft.

Wie ist die Höhe der Versicherungssummen bei Autounfällen in Österreich? Höher, niedriger oder gleich hoch?

Bild: VAV  


Ausländische Kfz als Risikofaktor erkannt

Richtig lagen die heimischen Autofahrer mit ihrer Einschätzung bei einem Verkehrsunfall mit Beteiligung eines ausländischen Kraftfahrzeuges. So schätzen 55,4 Prozent der Befragten das finanzielle Risiko eher höher ein. 23,9 Prozent gaben „Ja, auf jeden Fall“ als Antwort an. Somit lagen insgesamt 79,3 Prozent mit ihrer Antwort richtig.

Das finanzielle Risiko bei einem Unfall in Österreich mit einem im Ausland angemeldeten Fahrzeug ist auf jeden Fall höher/ eher schon höher/ eher nicht höher oder auf gar keinen Fall höher
Bild: VAV  


Mehrfache Fehleinschätzungen bei Höhe der Deckungssummen

Bei der Frage, in welchen Ländern ihrer Meinung nach eine höhere bzw. niedrigere Deckungssumme als in Österreich besteht, lagen die ÖsterreicherInnen mit ihren Antworten gleich in mehreren Fällen falsch. So wurde zum Beispiel den Pflichtversicherungen in der Schweiz von 55,5 Prozent der Befragten eine höhere Deckungssumme zugetraut. Fakt ist jedoch, dass die Schweiz mit einer gesetzlichen Deckungssumme von 4,106.101 Euro um fast drei Millionen Euro unter dem österreichischen Wert liegt.

Ländervergleich: Glauben Sie, dass in den genannten Ländern die Versicherungssummen höher, niedriger oder gleich hoch sind wie in Österreich?

Bild: VAV  

Den Niederlanden wurde von mehr als 61 Prozent zumindest eine gleich hohe Haftung wie in Österreich unterstellt, diese liegt jedoch mit fünf Millionen Euro für Personen- und einer Million Euro für Sachschäden pro Unfallereignis ebenfalls unter der heimischen Deckungssumme. Eine interessante Fehleinschätzung lieferte auch die Befragung zu Spanien: Hier war mit 57,9 Prozent der Befragten eine deutliche Mehrheit klar der Meinung, dass diese unter den heimischen Mindestdeckungssummen liegen würden.

Jedoch ist das Gegenteil der Fall: Mit einer Mindestdeckung von 70 Millionen Euro pro Körper- und 15 Millionen Euro pro Sachschaden liegt die Haftung deutlich über den hierzulande vorgeschriebenen Deckungssummen.

Im Ausland haftet eine ausländische Versicherung

Eine eindeutige Tendenz zeigte sich bei der Frage, welche Versicherung bei einem im Ausland gemieteten Auto haftet: 75,8 Prozent gaben richtig an, dass hierfür im Schadensfall eine ausländische Versicherung verantwortlich sei. Doch mit 24,2 Prozent ist immerhin fast ein Viertel der Befragten der irrigen Ansicht die österreichische Kfz-Versicherung würde für einen Unfallschaden mit einem Leihwagen geradestehen.

Welche Versicherung haftet wenn Sie im Ausland ein Fahrzeug mieten?
Bild: VAV  

„Die von uns durchgeführte Umfrage hat gezeigt, dass Herr und Frau Österreicher in diesem Themenbereich noch sehr unifnormiert sind. Gerade vor den Sommermonaten ist es uns ein Anliegen, alle Versicherungsnehmer auf diese Risiken aufmerksam zu machen, um den Urlaub möglichst sorgenfrei genießen zu können und vor allem im Fall des Falles wirklich abgesichert zu sein, sodass am Ende des Tages kein finanzielles Desaster steht“, so Griesmayr.

 

www.vav.at