08.05.2013
Andere Verursacher sind gefordert

Verkehr emittiert immer weniger Feinstaub

Die Feinstaubproblematik wird in den Medien zumeist mit dem Verkehr in Zusammenhang gebracht, jedoch gibt es auch andere Verursacher, wie der grenzüberschreitende Schadstofftransport, Hausbrand oder die Industrie.

Dem Verkehrssektor sollte also nicht alleine der schwarze Peter zugeschoben werden. „Die Weiterentwicklung in der Abgasgesetzgebung hat dazu geführt, dass neue Fahrzeuge wesentlich geringere Emissionen verursachen als alte Fahrzeuge. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. Die Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Belastung liegt allerdings unter anderem an verkehrsnahen Standorten oft über den einschlägigen Grenzwerten und ist aus gesundheitlicher Sicht zu hoch", sagte Dr. Jürgen Schneider vom österreichischen Bundesumweltamt bei einer Veranstaltung der Österreichischen Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (GSV).

Auch andere Sektoren sind gefordert

Für Prof. Dr. Bernhard Geringer von der TU Wien ist es Fakt, dass es trotz massiver Emissionsreduktionen am Fahrzeug weiterhin zu Grenzwertüberschreitungen bei Feinstaub & Co. kommt. Daher seien auch die anderen Feinstaub verursachenden Sektoren gefordert, hier entgegenzusteuern. Gerade bei Partikeln mit einem Durchmesser von 2,5 µm oder geringer ist der Anteil der Raumwärme als Feinstaub-Emissionsquelle fast doppelt so hoch wie jene des Verkehrs oder der Industrie.

Der Verkehr emittiert immer weniger Feinstaub
Bild: Umweltbundesamt  

Aber nicht nur im Pkw-, sondern auch im Lkw-Sektor gibt es punkto Schadstoffausstoß große Fortschritte. „Mit der kommenden Abgasnorm Euro 6 dreht sich die Emissionssituation sogar zugunsten der schweren Transportfahrzeuge um: Die neuen Partikelfilter wirken wie ein Staubsauger, der die angesaugte Luft vom Feinstaub reinigt", bemerkte Mag. Franz Weinberger von MAN Truck & Bus Österreich.

„Der Verkehr hat den Großteil seiner Hausaufgaben gemacht und die Entwicklung bleibt nicht stehen", fasste GSV-Generalsekretär DI Mario Rohracher die Erkenntnisse zusammen. Neben einer weiteren Verjüngung der Fahrzeugflotte fordert er den Ersatz veralteter Heizungstechnik und Anstrengungen auf internationaler Ebene, um die Hintergrundbelastung durch Luftverfrachtungen absenken zu können. Auch Industrie und Landwirtschaft müssten vermehrt Anstrengungen unternehmen.