14.02.2017
Automatisches Fahren

Volkswagen und Mobileye unterzeichnen Vereinbarung

Volkswagen und Mobileye planen, ab 2018 einen neuen Navigationsstandard für das automatische Fahren zu realisieren. Künftige Volkswagen Modelle werden dabei die kamerabasierte Karten- und Lokalisierungstechnologie „Road Experience Management“ (REM) von Mobileye nutzen.

Vertreter beider Unternehmen unterzeichneten am 10. Februar eine entsprechende Vereinbarung. Besiegelt wurde die weitreichende Kooperation durch Prof. Amnon Shashua, Vorstandsvorsitzender und technischer Direktor von Mobileye, sowie Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen. Damit machen Mobileye und Volkswagen den nächsten Schritt hin zum automatischen Fahren. In Zukunft werden gemeinsam Navigationsdaten erhoben und für eine neue Generation von hochintelligenten Kartendarstellungen genutzt.
 
Das israelische Unternehmen Mobileye ist einer der weltweit führenden Hersteller von Technologien zur Unfallprävention und zum automatischen Fahren. REM gehört dabei zu den neuesten Mobileye-Systemen. Es erstellt via Crowdsourcing (Daten vieler Autos – dem Schwarm) Echtzeitdaten zur präzisen Lokalisierung und zum Erfassen von High-Definition-Spurdaten. REM bildet damit eine elementare Informationsebene für das automatische Fahren. Und so funktioniert REM in der Praxis: Die mit Frontkameras ausgestatteten Volkswagen erfassen durch optische Sensorsysteme von Mobileye Fahrbahnmarkierungen und Straßeninformationen, die komprimiert in eine Cloud fließen. Diese Flottendaten werden zur kontinuierlichen Verbesserung von HD-Navigationskarten mit hochpräziser Lokalisierungsfähigkeit eingesetzt. Sie wiederum sind eine Grundvoraussetzung für das automatische Fahren und die Weiterentwicklung vieler Assistenzsysteme.
 
„Die Zukunft des automatischen Fahrens hängt von der Fähigkeit ab, präzise HD-Karten zu erstellen, diese aktuell zu halten und mit minimalen Kosten zu skalieren“, skizziert Prof. Amnon Shashua, Mitbegründer und Technologievorstand von Mobileye. Prof. Shashua weiter: „Die Vereinbarung mit Volkswagen ist ein Wendepunkt. Mit ihr wird nicht nur Crowdsourcing-Technologie eingesetzt, um die HD-Karten automatisiert zu erstellen und kostengünstig zu skalieren. Noch viel wichtiger ist es, dass die Vereinbarung einen Rahmen für eine branchenweite Zusammenarbeit zwischen Automobilherstellern zur gemeinsamen Herstellung der für das automatische Fahren notwendigen Karteninhalte bietet.“
 
Die Vereinbarung ermöglicht in der Tat als erste ihrer Art das weltweite Zusammenführen von Daten verschiedener Automobilhersteller zu einer „HD-Weltkarte“. Und damit wird ein branchenweiter Standard geformt. Dr. Frank Welsch, Volkswagen Markenvorstand für den Geschäftsbereich Entwicklung: „Tagtäglich fahren weltweit Millionen von Volkswagen durch unsere Straßen. Viele davon sind bereits mit Umfeldsensorik ausgestattet. Diesen Schwarm können wir nun nutzen, um unterschiedliche Umfelddaten, etwa über Verkehrsfluss, Straßenzustand und freie Parkplätze anonymisiert zu erfassen und in übergeordneten Systemen hochaktuell verfügbar zu machen. Auf dieser Basis sind weitergehende Dienste geplant, die das Autofahren oder die Mobilität allgemein einfacher und komfortabler machen. Von dieser Zusammenarbeit werden also nicht nur unsere Volkswagen Kunden profitieren.“