07.09.2014
Mineralölindustrie

Weiterhin sehr niedrige Tankstellenmargen

Beim Vergleich der Tankstellenmargen fand sich Österreich sowohl bei Benzin als auch bei Diesel in den letzten Jahren immer im unteren Bereich dieser Ländervergleiche. Auch im ersten Halbjahr 2014 hat sich diese Entwicklung nicht verbessert.

Die Tankstellenmargen sind vielmehr erneut gesunken. Kaum wo in Europa verdienen Mineralölunternehmen mit Tankstellen so wenig wie in Österreich. Das internationale Marktforschungsunternehmen Wood Mackenzie erhebt regelmäßig im Auftrag des deutschen Energie Informationsdienstes (EID) die Tankstellenmargen in 16 westeuropäischen Ländern. 

 
   

„Die Situation ist schwierig und aus betriebswirtschaftlicher Sicht kritisch“, so Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbands der Mineralölindustrie (FVMI). „Zu beachten ist, dass die errechneten Tankstellenmargen nicht den Gewinn für die Tankstellenunternehmen darstellen. Mit den ausgewiesenen Bruttomargen müssen  vielmehr sämtliche Kosten für Transport, Investitionen in Tankstellen, Betrieb und Instandhaltung der Tankstellen, Pächterprovision, Bestandszins und viele mehr abgedeckt werden. Letztlich bleibt den Mineralölfirmen auf das Jahr gerechnet mittlerweile weniger als 1 Cent pro verkauftem Liter Kraftstoff übrig.“ Ein Grund für die geringen Margen ist der massive Wettbewerb der Tankstellenfirmen am heimischen Markt. So liegen die Tankstellenpreise seit vielen Jahren deutlich unter dem EU-Durchschnitt – in 19 bis 20 der 28 EU-Mitgliedstaaten sind Diesel und Benzin an den Zapfsäulen regelmäßig teurer als in Österreich.

 
Bilder: FVMI  

www.oil-gas.at