18.03.2014
Linzer Autofrühling

Branche kritisiert Belastungswelle

Im Rahmen des Linzer Autofrühlings wurde von den Branchenvertretern einmal mehr auf die schwierige Situation im Fahrzeughandel hingewiesen - bedingt durch die jüngsten Belastungen rund um die Erhöhung der NoVA und der motorbezogenen Versicherungssteuer.

„Wenn man bedenkt, welche Unsummen der Staat schon bisher aus dem Autobereich kassiert, drängt sich der makabre Vergleich auf, dass immer mehr Melkkühe zum Schlachtvieh degradiert werden", zeigte sich Komm.-Rat Ing. Josef Schirak, Fachausschussvorsitzender im österreichischen Fahrzeughandel verärgert. Seine Enttäuschung über die „unverhandelbaren Einnahmeergebnisse" teilten auch Dr. Felix Clary, Sprecher der heimischen Automobilimporteure, und Mag. Dr. Gustav Oberwallner, Landesgremialobmann des oberösterreichischen Fahrzeughandels. Im Anziehen der Steuerschraube für den autofahrenden Österreicher sieht Clary eine Gefahr für die Automobilwirtschaft, die eine, wenn nicht gar die Leitbranche der produzierenden Wirtschaft in Österreich darstellt. Und er lieferte zugleich die Daten nach: Mit rund acht Mrd. Euro an Steuern und Abgaben leistet der Automobilverkehr schon bisher einen substanziellen Beitrag zu den Staatseinnahmen. Zählt man die 4,3 Mrd. Euro aus lohnbezogenen Steuern und Abgaben sowie 3 Mrd. Euro an Umsatzsteuer dazu, ist man bei einem jährlichen fiskalischen Beitrag von rund 15 Mrd. Euro angelangt.

(v.l.) Komm.-Rat Ing. Josef Schirak, Bundesgremium Fahrzeughandel, Dr. Felix Clary, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, der oberösterreichische EU-Abgeordnete Paul Rübig (ÖVP) und Mag. Dr. Gustav Oberwallner, Landesgremialobmann des oberösterreichischen Fahrzeughandels

Bild: WEKA/aü  

Nichtsdestotrotz hält Oberwallner fest, dass „das Fahrzeug nicht nur eine Grundvoraussetzung für Mobilität, sondern auch ein ganz wesentliche Wirtschafts- und Wohlstandsbasis ist". Daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern. Ebenfalls bleibe die Notwendigkeit einer flächendeckenden Infrastruktur an Fahrzeughandels- und –servicebetrieben. Den Stellenwert der Automobilwirtschaft in Europa betonte EU-Parlamentarier Dr. Paul Rübig. So gibt es in Europa 180 Produktionsstätten für Fahrzeuge, zwölf Millionen Arbeitnehmer und 30 Mrd. Euro jährlich an Investitionen für Forschung und Entwicklung. Im Mittelpunkt der Bemühungen von europäischer Seite steht das Programm Cars2020, das über die Aktionsfelder „Investitionen in fortgeschrittene Technologien und Finanzierung der Innovation", „Verbesserung der Marktbedingungen", „Globale Märkte und internationale Fahrzeug-Regelungen" und „Vorwegnahme der Anpassungen und Abmilderung der sozialen Auswirkungen des Strukturwandels". Für Oberwallner spielt hier auch der Erhalt des Mehrmarkenvertriebs eine wichtige Rolle.

www.wko.at/fahrzeughandel
www.iv-net.at/b1338
www.laf.at