12.05.2014
Heftiger Gegenwind

Bundesgremialausschuss-Sitzung im Zeichen großer Verunsicherung

Die Zulassungsrückgänge mit einem äußerst schwachen April in den ersten vier Monaten bei einem gleichzeitigen Anstieg der Kurzzulassungen überschatteten die Bundesgremialausschuss-Sitzung in St. Pölten.

Zufrieden äußerte sich BGO Burkhard Ernst über die Tätigkeit des MFU, Forum.Mobilität.Freiheit, allerdings möchte er auch die Innung der Kfz-Techniker, Versicherungen und die Autofahrerklubs verstärkt in der Lobbying-Arbeit dabeihaben. Dann könnte man auf ein Budget von jährlich 100.000 Euro kommen. Der Vertrag mit Lobbyist Wolfgang Rosam läuft in Kürze aus, die Arbeit soll aber fortgesetzt werden, allerdings wird es diesmal zu einer Ausschreibung kommen.

(v.r.) Mag. Dr. Gustav Oberwallner, BGO Komm.-Rat Burkhard Ernst, Komm.-Rat Josef Schirak und Dr. Manfred Kandelhart
Bild: WEKA/aü  

Einzelhandelsausschuss-Chef Komm.-Rat Josef Schirak kritisierte in einem durchaus emotionalen Vortrag vor den Pressevertretern Hersteller und Importeure, die Händler zu Freiwild degradiert haben und mit vollkommen überzogenen Standards in finanzielle Schwierigkeiten bringen. In einer Resolution fordert er faire und transparente Spielregeln und Antworten von Importeuren, wohin die Reise gehen soll. Unverständlich ist für Schirak, dass in derartig unsicheren Zeiten die Händler-Rechtsschutz-Versicherung der Garanta, die nur 400 Euro pro Jahr kostet, vom heimischen Autohandel nicht stärker angenommen wird. Aus diesem Grund wird es für Autohändler durch das Bundesgremium ab Jahresmitte keine finanzielle Unterstützung bei Rechtsstreitigkeiten mehr geben. Außerdem sei die Arbeit der Interessenvertreter erschwert worden, weil Gesetze heutzutage in aller Stille ausgebrütet und dann überfallsartig wie jüngst bei NoVA und Kfz-Steuer umgesetzt werden. Insofern sei es ein großer Erfolg, dass noch die Deckelung bei der NoVA in zähen Verhandlungen erreicht wurde.

In den kommenden Monaten werden bei der KMU Forschung zwei Studien in Auftrag gegeben. Zum einen soll geklärt werden wie viel Autohändler beim Neuwagenverkauf wirklich verdienen, zum anderen geht es um eine Analyse der Garantiefälle. „Es ist nicht einzusehen, dass wir im Garantiefall nur den Selbstkostenpreis erhalten, obwohl wir die ganze Infrastruktur zur Verfügung stellen, mit den üblichen Kosten, zumal die Garantiezeiten in vielen Fällen auf fünf und teilweise sogar bis sieben Jahre verlängert wurden", wies Schirak auf ein zunehmendes Problem der Branche hin. Der Stellenwert des Autos schwinde weiter und den Erwerb eines Fahrzeuges und vor allem die laufenden Kosten können sich viele Österreicher nicht mehr leisten. Außerdem gehe man laut Komm.-Rat Ernst von einer Erhöhung der Mineralölsteuer und auch der Mehrwertsteuer nach der EU-Wahl aus, wobei letztere die Neuwagenpreise in diesem Jahr ein weiteres Mal in die Höhe treiben würde. Unter diesen Auspizien forderte Schirak ein über alle Bundesländer ausgedehntes Netzwerk der Autobranche ins Leben zu rufen, um bundesweiten Druck zu erzeugen. Den Anfang des Jahres angedachten Kampfmaßnahmen bis hin zu Demonstrationen um auf die Bedeutung der Autobranche für die österreichische Wirtschaft und die zunehmenden Belastungen hinzuweisen wurde von der BG-Spitze eine klare Absage erteilt.

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