15.01.2015
Leichter Rückgang

Pkw-Neuzulassungen bleiben über 300.000er-Marke

Jetzt ist es amtlich: Mit 303.318 Einheiten betrug der Rückgang bei den Pkw-Neuzulassungen im abgelaufenen Jahr 4,9 %. Diese und andere Zahlen präsentierten die Branchenvertreter bei einem Pressegespräch anlässlich des Beginns der Vienna Autoshow.

Einig waren sich die Vertreter damit, dass dem Auto derzeit ein rauer Wind entgegenweht. "Daher ist es wichtig, mit der Vienna Autoshow diesem entgegenzuwirken", stellte Dr. Felix Clary, Sprecher der heimischen Automobilimporteure fest. Er betonte die hohe Innovationskraft der globalen Automobilindustrie, was sich nicht zuletzt in den Verbesserungen bei der E-Mobilität zeige. Mit den von der Politik im abgelaufenen Jahr gesetzten fiskalen Maßnahmen ging er hart ins Gericht. Die Kritik an den Erhöhungen von NoVA und motorbezogenen Versicherungssteuer adressierte er sogleich an den anwesenden Verkehrsminister Alois Stöger. Auch Plänen, den Sachbezug für Arbeitnehmer bei der Nutzung eines Dienstwagens zu erhöhen, will er in Gesprächen mit der Bundesregierung den Wind aus den Segeln nehmen.

(v.l.) Dr. Peter Laimer, Statistik Austria, DI Matthias Limbeck, Geschäftsführer Reed Exhibitions Messe Wien, Bundesminister Alois Stöger, Dr. Felix Clary, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, und Komm.-Rat Burkhard Ernst, Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels

Bild: Reed Exhibitions Wien/Andreas Kolarik  

 

Alois Stöger entgegnete, dass er im Gegenzug zu Finanzminister Reinhold Mitterlehner nicht der richtige Adressat für diese Forderungen sei. Er räumte dem motorisierten Individualverkehr hingegen Priorität ein und betonte auch den Stellenwert als maßgeblicher Arbeitgeber in Österreich.

"Die Pkw-Neuzulassungen waren im Vorjahr im europäischen Umfeld positiv, die Zahlen für Österreich tun weh", kommentierte Komm.-Rat Burkhard Ernst die statistischen Daten. Dennoch erwartet er auch für 2015 wieder einen Wert über 300.000 Pkw, die neu zum Verkehr zugelassen werden. Ähnlich wie Dr. Clary rügte er die fiskalen Maßnahmen: "Die Österreicher sind mit diesen steuerlichen Maßnahmen deutlich überfordert." Einmal mehr setzte sich der Bundesgremialobmann des heimischen Fahrzeughandels für eine Neuauflage der Ökoprämie denn, denn "noch immer gibt in Österreich 650.000 Fahrzeuge der Euro-Klasse 0 und 1". Und natürlich wurde auch die Umsatzrendite der Kfz-Branche angesprochen: "Ein Prozent – das ist zu wenig. Das gilt es in partnerschaftlich geführten Gesprächen zwischen Herstellern, Importeuren und Händlern zu verbessern."